Geschichte der Köhlerei
Die Holzkohleproduktion hat eine bereits jahrhundertelange Tradition. Die ersten schriftlichen Dokumente, die die Existenz dieses Handwerks belegen, stammen aus dem 13. Jahrhundert. Ausgrabungen im Raxgebiet lassen allerdings auf eine noch frühere Entstehung schließen.
Als im 18. Jahrhundert die Eisenindustrie ihren Aufschwung erlebte, gewannen auch die Holzkohlen an Bedeutung. Viele Waldbauern nutzten den gestiegenen Bedarf, um sich Geld dazu zu verdienen. Rund 40% des anfallenden Holzes wurde zu Kohle verarbeitet. Auf vielen Höfen war mindestens einmal im Jahr ein Meiler in Brand, ein großer Teil der Bevölkerung lebte von diesem Erwerbszweig.
Die gleichbleibend große Nachfrage an Holzkohle führte gegen Ende des 18. Jahrhunderts regional zu massivem Holzmangel – doch mit der vermehrten Verfügbarkeit von Steinkohle und einem gesteigerten Bewusstsein für die Waldpflege ging die Holzkohlenerzeugung zurück.
Heute findet man in ganz Europa nur mehr einige wenige Land- und Forstbetriebe, die noch Holzkohle in dieser traditionellen Art produzieren.
2011 hat die UNESCO die Köhlerei in das Register des immateriellen Weltkulturerbes aufgenommen!
